Tierversuchsfreies Futter Tierversuche sind vielen Tierhaltern beispielsweise aus dem Kosmetikbereich bekannt. Tierfreunde achten daher weit häufiger als früher darauf, ob Produkte des täglichen Bedarfs von Herstellern unter Verzicht derartiger Tierquälerei entwickelt werden. Aber wer würde vermuten, dass ausgerechnet im Bereich des Tierbedarfs zahlreiche Hersteller auf diese grausamen Methoden zurückgreifen?

Tierversuche für Tierbedarf?

Erschreckenderweise gibt es zahlreiche Tierfutterhersteller, die ihre Produkte in Tierversuchen „testen.“ Dabei werden beispielsweise bestimmte Futterzusammensetzungen an Versuchstieren in sogenannten Stoffwechselkäfigen erprobt. Die auf extrem beengtem Raum gehaltenen Tiere werden für eine bestimmte Zeit mit einem speziellen Futter versorgt und ihnen werden Blutproben entnommen. Oder sie werden am Ende einer Versuchsreihe betäubt und man entnimmt ihnen operativ Darmgewebe, um die unterschiedlichen Auswirkungen des Futters auf den Organismus zu überprüfen.
Außerdem gibt es Fälle, in denen Jungtiere gezielt mit bestimmten Mineralien über- oder unterversorgt werden, um die Auswirkungen auf Entwicklung und Organismus des Tieres herauszufinden. Oder es werden auf künstlichem Weg Organschäden bei gesunden Tieren erzeugt, um bestimmte Futterzusätze auf ihre Wirksamkeit gegen die jeweiligen Leiden zu testen.

Bringen derartige Tierversuche einen echten Nutzen?

Die Antwort auf diese Frage hängt von der Perspektive ab. Aus Sicht der Hersteller bringen sie einen Nutzen, denn sie können neue Futterzusammensetzungen auf einfache und kostengünstige Weise testen und erhalten handfeste Ergebnisse. So lassen sich im Bereich des Heimtierfutters vielleicht noch ein paar zusätzliche Marktanteile gewinnen und die Wirksamkeit von Diäten gegen spezifische Krankheiten kann offiziell bewiesen werden.
Die gleichen Erkenntnisse ließen sich für die Hersteller von Tierbedarf allerdings auf weit weniger drastische Weise gewinnen. Durch Beobachtungen, Langzeitstudien, die Zusammenarbeit mit Tierärzten und gründliche Auswertungen bekannter Fakten könnten die Firmen, die Tierversuche praktizieren, die gleichen Informationen erhalten. Nur wären diese Informationen auch der Konkurrenz schnell zugänglich.
Die Erkenntnisse durch nicht publizierte Tierversuche zu gewinnen ist daher für viele Firmen lukrativer.

Wie können Sie tierversuchsfreies Futter identifizieren?

Einen Garant für die Herstellerangaben zu Tierversuchen gibt es leider nicht. Tierschutzorganisationen wie PeTA geben Positiv- und Negativlisten heraus. Die Firmen auf den Positivlisten behaupten, keine Tierversuche für ihren Tierbedarf zu unternehmen, aber die Angaben können nicht überprüft werden. Es gibt daher bislang in Deutschland leider keine bestätigten Positivlisten.
Die Firmen, die in den Negativlisten geführt werden, geben allerdings offen zu, Tierversuche oder sogenannte Ernährungsstudien in Eigenregie oder bei beauftragten Laboren durchzuführen. Diese Firmen können auf jeden Fall vermieden werden.

Wer Tiere liebt, sollte nicht für sein eigenes Haustier andere Tiere leiden lassen und deswegen auf tierversuchsfreien Tierbedarf achten. Fragen Sie im Zweifel direkt beim Hersteller nach und fordern Sie einen Verzicht auf Tierversuche. Signalisieren Sie Ihren Standpunkt deutlich und helfen Sie mit, etwas zu verändern.

Bild: fotowebbox – Fotolia.com

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