Eine Frau liegt mit ihrem Hund auf der CouchDie Suche nach einer neuen Wohnung ist nicht immer leicht. Vielerorts ist der Wohnungsmarkt hart umkämpft und Familien, zu denen auch ein Hund gehört, haben oft das Nachsehen. Vermieter fürchten, dass es durch das Tier zu Lärmbelästigungen kommen oder gar die Wohnung in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, und erteilen Hundebesitzern gerne eine Absage. In der Praxis sitzen Wohnungseigentümer dabei am längeren Hebel. Wie aber sieht es rechtlich aus? Dürfen Vermieter Hunde so einfach verbieten?

Hund nur mit Erlaubnis des Vermieters

Ob ein Wohnungseigentümer das alleinige Bestimmungsrecht über Tierhaltung hat, ist immer wieder eine strittige Frage, in der in Einzelfällen schon Rechtsentscheidungen vom Bundesgerichtshof getroffen wurden. Grundsätzlich bedarf es zwar der Erlaubnis des Vermieters, wenn auch ein Hund mit in eine Wohnung ziehen soll. Eine Ablehnung ohne Gründe jedoch, muss der Mieter nicht in jedem Fall hinnehmen. Damit Diskussionen erst gar nicht aufkommen, enthalten einige Mietverträge pauschale Klauseln, die eine Tierhaltung generell untersagen. Solche Zusätze sind unwirksam und müssen vom Mieter nicht hingenommen werden. Fügt der Vermieter jedoch einen Passus ein, in dem steht, dass Mieter ohne Erlaubnis keine Hunde oder Katzen halten dürfen, so ist dies durchaus rechtsgültig. Es liegt dann im Ermessen des Eigentümers, die Hundehaltung zu erlauben oder eben auch zu versagen. Trifft man auf einen Vermieter, der bereits schlechte Erfahrungen mit Hunden in seiner Wohnung gemacht hat, stehen die Chancen für den Einzug in der Regel eher schlecht für den Mieter mit Hund.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Sobald ein Hundebesitzer gesundheitlich auf seinen vierbeinigen Begleiter angewiesen ist, wie zum Beispiel auf einen Blindenhund, dann wird jedes Gericht die Verbotsklausel im Mietvertrag aufheben. Steht in den vertraglichen Bedingungen zur Wohnung nichts über Tierhaltung, heißt das nicht automatisch, dass Hundehaltung erlaubt ist. Auch hier fällt die Rechtsprechung eher zugunsten des Vermieters aus. Falls sich in der Wohnung besondere Abnutzungsspuren, die auf eine tierische Ursache zurückzuführen sind, befinden, haben Mieter grundsätzlich schlechte Chancen. Kratzspuren an Türen, verdreckte Wände, verrissene Teppiche – wenn ein lebhafter Hund sich verewigt, kann er aus der Wohnung geklagt werden. Bellt ein Hund tagsüber, muss ihm das gestattet werden, auch wenn ein Nachbar sich daran stört. Anders sieht es jedoch mit nächtlicher Ruhestörung aus. Sehr nachtaktive, wachsame Hunde, die sich auch nachts oft melden, werden sehr schnell in ihre Schranken gewiesen und müssen unter Umständen sogar ausziehen.

Karten von Anfang an auf den Tisch legen

Kommt es wirklich einmal zu einem Streitfall, zählt vor Gericht leider eine emotionale Bindung, die zum Hund aufgebaut wurde, nur sehr wenig. Am besten, man klärt vor dem Einzug in eine Wohnung ab, wie es um die Hundehaltung bestellt ist. Wer dabei alle Karten auf den Tisch legt, kann zwar die Pokerrunde um die Wohnungsvergabe verlieren, erspart sich jedoch immensen Ärger. Wird ein Hund beim Einzug verheimlicht, ist der Missmut des Vermieters vorprogrammiert. Da ist es besser, man steckt vorher schon zurück und macht sich auf die Suche nach einer anderen, hundefreundlichen Wohnung.

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