Eine Maus hinter GitternTierrechte sind seit 2002 im deutschen Grundgesetz verankert. Artikel 20a definiert sinngemäß die staatliche Verantwortung sowohl für die natürlichen Lebensgrundlagen als auch für die Tiere selbst. Es handelte sich im August 2002 eigentlich nur um die drei Worte, dass der Staat die Lebensgrundlagen “und die Tiere” schützt, die neu in das GG aufgenommen wurden. Die Bilanz dieser Grundgesetzänderung kann nach einem Jahrzehnt noch nicht befriedigen, dennoch halten Tierschützer und Experten die verfassungsmäßige Rechtsgrundlage für essenziell.

 

Wer Tierrechte verletzt sieht, kann seit zehn Jahren in Deutschland vor dem Bundesverfassungsgericht klagen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, dem auch Landwirtschaft und Ernährung angegliedert sind, lud am 24.07.2012 zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Tierschutz. Dabei berichtete Dr. Michael Faber von der DJGT e.V. (Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutz), dass das im GG verankerte Staatsziel des Tierschutzes noch zu selten eingefordert werde. Nach wie vor kümmern sich in Deutschland viel eher Vereine und Gesellschaften um den Tierschutz als der Staat selbst.

Tierschutz und Hunderechte

Die Strukturen des Tierschutzes sind auf privater Ebene gut ausgeprägt, der Hunde beispielsweise hat sich unter anderem das Canis-Zentrum für Kynologie aus Dillenburg-Niederscheld angenommen. Kynologie ist die Lehre von Rassen, ihrer Zucht, der Pflege und Erziehung, des Verhaltens und der Krankheiten der Hunde. Hunderechte sind selbstverständlich auch ein Forschungsgebiet. Unabhängig von der Hunderasse haben laut Canis Hunde universelle Rechte, die schon Ende der 1990er Jahre in Workshops erarbeitet wurden. Einer der wichtigsten Autoren war Dr. Erik Zimen (1941 – 2003), ein schwedischer Biologe, der zuletzt in Niederbayern gelebt und sich lebenslang mit der Domestikation der Hunde beschäftigt hatte.

Rechte der Hunde nach Canis

Die Rechte der Hunde und jeder einzelnen Hunderasse leiten sich primär von der wölfischen Abstammung und der nachfolgenden Domestikation ab. Das bedingt, dass die sozialen Bedürfnisse von Hunden sowohl auf Artgenossen und andere Tiere als auch auf den Menschen ausgerichtet sind. So hat jeder Hund nach Canis das Recht auf sachkundige Haltung, dauerhaften sozialen Kontakt zu Mensch und Hund, auf Verlässlichkeit und artspezifische Kommunikation. Weitere (vollkommen selbstverständliche) Rechte sind das auf Leben und Unversehrtheit, bedarfs- und artgerechte Ernährung, körperliche Auslastung, artgerechte Aufgaben und eigenes Lernen.
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